Stobete

Sonntag, 15. Februar 2026

arthur#19 «Stobete» im Toggenburg

29.08 & 05.09. & 12.09.2026

Stubete*, im Toggenburg auch «Stobete», bezeichnet das gesellige Zusammensein von Freunden und Nachbarn in der Stube einer Gastgeberin oder eines Gastgebers. Der Ausdruck – für den es bereits Belege aus dem 15. Jahrhundert gibt, so 1456 für Zürich – findet sich vor allem in der östlichen Schweiz, in Zürich, Thurgau, St. Gallen und Graubünden. Die Stubete entwickelte sehr unterschiedliche Formen, von der gemütlichen Zusammenkunft von Frauen, die sich nachmittags oder abends einer gemeinsamen Heimarbeit widmeten (Spinnstubete, Schleizstubete), über Lieder- oder Tanzabende (Singstubete) bis hin zu Anlässen religiösen Charakters in freikirchlichen Kreisen (Bettstubete, Stündlerstubete).

(* Ausschnitt aus «Paul Hugger: «Stubeten», in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.10.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007890/2014-10-02/, konsultiert am 30.11.2025.»)
 
 
Kunst im privaten Raum
Mit arthur#19 nimmt die Kunsthalle[n] Toggenburg den Brauch der «Stobete» auf und schafft in privaten Stuben, den Raum sich zu treffen und gemeinsam mit Kunst auseinanderzusetzen.
 
Für die «Stobete» arbeitet die Kunsthalle[n] Toggenburg mit privaten Personen zusammen, die ihre Stuben für das Kunstprojekt zur Verfügung stellen. Sie sind die Gastgeber*innen und ermöglichen ausgewählten Kunstschaffenden im bestehenden Wohnraum Kunst zu integrieren. Damit bieten die Gastgeber*innen aber nicht nur Raum für Kunst, sondern laden auch die Besucher*innen von arthur#19 in ihre Stube ein. Sie öffnen ihr Haus und empfangen die Kunstgäste im privaten Raum.
Diese Bespielung privater Räume fordert von den Künstler*innen viel Feingefühl und in besonderem Mass die Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten. Sie sollen mit ihren Werken den Ort und die Menschen in ihrer Eigenheit respektieren.  
Dabei bildet das Auflösen von Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem, das «Eindringen» in eine Welt, die in der Regel Bekannten vorenthalten ist, die grosse Herausforderung. Sowohl Gastgeber*innen als auch Künstler*innen müssen sich dieser Grenzüberschreitung, die auch Elemente der reinen Neugier am Privaten, der Schaulust enthält, bewusst sein und sorgfältig damit umgehen.
 
Vier Stuben im Toggenburg
Das Projekt «Stobete» soll in vier Stuben verteilt im Toggenburg umgesetzt werden. Bei den einzelnen Standorten richtet die Kunsthalle[n] Toggenburg eine «Haltestelle» mit dem Kunstnomaden «arthur» und Informationen zum aktuellen und zu den früheren Projekten der Kunsthalle[n] Toggenburg im Freien ein. Hier werden die Gäste empfangen, können sich setzen, etwas trinken, austauschen und die Zeit bis zum Einlass, ihren Besuch der Stube, verbringen.
An den Haltstellen können sich Besucher*innen, die das wünschen, ausserdem mit einer kleinen Videokamera ausstatten lassen und ihren anschliessenden Stobete-Besuch selbst filmen. Die Filmsequenzen lässt die Kunsthalle[n] zu einem Kurzfilm gestalten. Dadurch können die Kunstprojekte im Nachgang einerseits einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Andererseits hat das Filmen Einfluss darauf, wie sich die entsprechenden Besucher*innen während ihres Aufenthalts in der Stube fühlen und verhalten.
 
Termine
Die Gastgeber*innen öffnen am Samstag, 29. August und am Samstag, 5. September 2026, ihre Stube für die Besucher*innen.
Am dritten Samstag, 12. September 2026, ist die Finissage in Lichtensteig geplant.
Dabei sollen sich alle Gastgeber*innen, die mitwirkenden Kunstschaffenden und ein breites Publikum treffen.
 
 

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